So, in etwa, ist es geschehen
Sharon Dodua Otoo
Rezension
Bücher & Horror
Weil ich am 26.09. beim Literatur Jetzt Festival in Dresden und am 05.11. beim Literaturdistrikt-Festival in Essen die Lesungen von Sharon Dodua Otoo moderieren darf, habe ich es mir gegönnt, ihr Buch „So, in etwa, ist es geschehen" ein weiteres Mal zu lesen und auch beim ungefähr 6. Mal wird der Text immer noch nur besser und besser.
Das Buch folgt der Erzählung Amata Hallers, einer Schwarzen Frau, die auf Seite 1 den Mord an einem weißen Mann gesteht und diesen nicht bereut. Wir erfahren warum sie es getan hat, auf einer persönlichen, einer strukturell-historischen und auf einer transgenerationalen Ebene.
Wie immer schreibt Sharon voller Zärtlichkeit, Liebe für Schwarze Communities und sehr nachdenklich und stellt dabei Fragen über Verantwortung, Gerechtigkeit und was diese Begriffe überhaupt heißen sollen, in einer (post-)kolonialen Welt. Ich liebe vor allem die Vielschichtigkeit und Komplexität der Schwarzen Frauen, die diese Geschichte ausmachen und hatte viele Denkanstöße zur „Angry Black Woman"-Trope, die ich in einem anderen Rahmen vielleicht einmal teile.
